Dienstag, November 23, 2010

600.000 Euro für "tödliches" Lennon-Album

 von Felicitas Winter in Poparazzi

Tonträger mit tragischem Hintergrund: Kurz bevor Mark Chapman 1980 seine tödlichen Schüsse auf John Lennon abfeuerte, signierte der Beatles-Star noch ein Album für seinen späteren Mörder. Nun steht die schicksalshafte „Double Fantasy"-LP für 600.000 Euro zum Verkauf.

Vor John Lennons Appartement im New Yorker Stadtteil Manhattan wartete Mark Chapman am 8. Dezember 1980 auf den Beatles-Sänger. Im Gepäck: die „Double Fantasy" von John Lennon und seiner Ehefrau Yoko Ono - und eine Waffe. Doch bevor Chapman zum Mörder wurde, gab er sich als ganz normaler Fan aus: Als Lennon das Haus verließ, bat ihn Chapman um ein Autogramm auf dem erst kürzlich veröffentlichten Album. Fünf Stunden später tötete der geistig verwirrte Attentäter den Musiker bei seiner Rückkehr vor dem Dakota Building durch vier Schüsse in den Rücken.

Dem Passanten Philip Michael geriet das Album nach dem Mord zufällig in die Hände - Chapman hatte es in einem Übertopf versteckt. Michael übergab die Schallplatte schließlich der Polizei, die sie ihm nach Untersuchungen wieder aushändigte.

Michael hortete den Tonträger mit Seltenheitswert anschließend 17 Jahre lang unter seiner Matratze - dann entschloss er sich, ihn zu versteigern. 1999 wechselte die musikalische Kostbarkeit für gut 120.000 Euro den Besitzer. Schon damals ein äußerst stolzer Preis.



Doch der könnte schon bald mühelos getoppt werden: Für gut 600.000 Euro soll das wertvolle Stück nun über den amerikanischen Autogramm-Händler Gary Zimet wieder verkauft werden. Der hält das Stück laut Berichten der „Daily Mail" für „das außergewöhnlichste Artefakt in der Rock'n'Roll-Geschichte".

„Es ist ein kontroverser Gegenstand, aber ohne Frage ist er in seiner Bedeutung außerordentlich", so Zimet gegenüber der „Daily Mail". „Nichts sonst fängt das Drama dieses Tages so gut ein." Im Inneren der Plattenhülle seien nach wie vor Hinweise auf die Spurensicherung der Polizei zu sehen: Chapmans Fingerabdrücke seien gut zu erkennen.

Seit Jahren versucht Chapman vom Gefängnis aus, das Album zurückzubekommen. So erklärte er beispielsweise 1986 in einem öffentlichen Brief, dass die Bemühungen zweier Anwälte, den Gegenstand zurückzuerlangen, gescheitert seien. Außerdem wollte Chapman wissen, wieviel das Album wert sei.



Nach Angaben Zimets soll die Rarität anlässlich des 30. Todestages von John Lennon verkauft werden. Allerdings sollten sich Anwärter gut auf den Verkaufstag vorbereiten und blitzschnell ihr Interesse äußern. Denn, so Zimet: „Es handelt sich nicht um eine Auktion, sondern um einen Festpreis-Verkauf."

Und das bedeutet: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.