Sonntag, Februar 17, 2013

Tony Sheridan gestorben



Nach Informationen von NDR 90,3 starb er im Alter von 72 Jahren am Sonnabend in der Asklepios-Klinik in Hamburg-Barmbek.

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Als Teenager tauschte Sheridan die Geige gegen die Gitarre

Geboren wurde Anthony Esmond O'Sheridan McGinnity am 21. Mai 1940 im englischen Norwich als Sohn eines Iren und einer Engländerin. Bereits früh lernte er das Geigespielen und "tauschte als Teenager die Geige mit der Gitarre", wie auf der Homepage des Künstlers zu lesen ist. Mit 16 Jahren gründete er die Band The Saints, mit der er ein Jahr später nach London zog. Dort wurde er innerhalb von kurzer Zeit ein gefragter Musiker und ging mit verschiedenen Gruppen auf Tour.

George Harrison und John Lennon lernten bei Sheridan Gitarre spielen

.1960 verschlug es ihn mit The Jets nach Hamburg, wo die Musiker im Kaiserkeller auf der Großen Freiheit gefeiert wurden. Die Band zog es zurück nach England - Sheridan hingegen gefiel es so gut in der Hansestadt, dass er blieb und die hiesigen Clubs rockte. Als Solo-Sänger trat er im "Top Ten" auf der Reeperbahn auf, begleitet von unterschiedlichen Bands. Eine bestand aus fünf jungen Liverpoolern - den Beatles, deren große internationale Karriere auf dem Kiez begann.
Nicht nur auf der Bühne, sondern auch in der Freizeit verbrachten sie viel Zeit gemeinsam, "George Harrison und John Lennon erlernten so einige Techniken und Kniffe auf der Gitarre von ihm", heißt es auf Sheridans Homepage.

.Die erste gemeinsame Platte mit Titeln wie "My Bonnie", "The Saints", "Why" und "Cry For A Shadow" nahmen sie 1961 auf - eine LP, für die Sheridan später eine Goldene Schallplatte erhielt. Auch im legendären "Star Club" sorgten Sheridan und die Beatles schon bei der Eröffnung für ausverkauftes Haus.

Vietnam-Erfahrung als Einschnitt

1967 ging er als US-Truppenbegleiter nach Vietnam - ein Einschnitt in Sheridans Leben, der in der Folge sowohl persönlich als auch musikalisch zu bemerken war. Mit Bildern von Gewalt und Krieg im Kopf kehrte der Musiker auf der Suche nach Sinn und sich selbst nach Deutschland zurück. Er wandte sich spirituellen Themen zu und spielte nunmehr unplugged. Blues und Folk prägten den Stil seiner Soloauftritte, bei denen er rund um die Welt bejubelt wurde. 1982 wurde Sheridan zum Sannyasin, einem hinduistischen Mönch, geweiht und erhielt den Namen Swami Prabhu Sharan.

Zuletzt lebte Sheridan nördlich von Hamburg


.Mit Konzerten war er weiterhin rund um den Globus erfolgreich und versuchte sich auch als Schauspieler in der ZDF-Krimireihe "Stubbe". 2008 erhielt er in "Wertschätzung seiner einzigartigen und herausragenden Leistung für die Musik und insbesondere für die weltweite Karriere der Beatles" den Lifetime Award des internationalen Labels Universal Music.
 Tony Sheridan lebte  mit seiner vor kurzem verstorbenen  Ehefrau Anna in Seestermühe (Kreis Pinneberg) nördlich von Hamburg. Immer wieder stand er als Sänger für Beatles-Revivals und für Benefiz-Konzerte auf der Bühne. Im Dezember wurde bekannt, dass er wegen einer schweren Erkrankung ins Krankenhaus eingeliefert wurde.


Source:NDR Bilder Press Schiffler