Freitag, Dezember 10, 2010

Frau von Mark Chapman hält auch nach 30 Jahren zu Ihm



Kailua - Am Fernseher in seiner Einzelzelle sieht Mark Chapman (55), wie sich tausende Fans zum 30. Todestag von John Lennon am New Yorker Dakota-Gebäude versammeln. Dort, wo Chapman vor 30 Jahren einen Revolver auf das "Beatles"-Idol richtete, fünf Mal abdrückte. Was keiner weiß: Der Lennon-Killer hat noch immer einen Menschen, der bedingungslos zu ihm hält. Ehefrau Gloria liebt Chapman bis heute. Ein Mal im Jahr besucht sie den Killer in der "Liebes-Zelle", zum Sex im Hochsicherheitsknast.


Sie arbeitet im Krankenhaus, lebt in einer ruhigen Wohnstraße im Städtchen Kailua auf Hawaii. Wer Gloria Chapman in Jeans und Bluse auf der Straße sieht, wird nichts Ungewöhnliches an ihr entdecken. Ein Mal im Jahr steigt die Japanerin ins Flugzeug, fliegt 8000 Kilometer von Hawaii nach New York. Im Attica-Hochsicherheitsgefängnis darf sie dann 44 Stunden in der "Liebes-Zelle" mit Ehemann Mark Chapman verbringen, allein, ohne Überwachungskameras. Zum Sex mit dem Mann, der fünf Kugeln auf John Lennon abfeuerte.

Seit 30 Jahren hält die Japanerin Mark Chapman die Treue. Obwohl er sie 1979 heiratete, weil sie ihn an Lennons Ehefrau Yoko Ono erinnerte, er sie in der Ehe schlug und psychisch immer mehr abglitt.

Nach den Todesschüssen bedauerte Gloria öffentlich das Attentat auf John Lennon. "Ich bin Beatles-Fan fühle tief mit Yoko Ono und seinem Sohn Sean", sagte sie damals. Dabei hatte sie längst von den Mordplänen ihres geistesgestörten Ehemanns gewusst, enthüllt eine neue CNN-Doku. "Ich legte die Waffe und Kugeln auf den Tisch, sagte ihr, ich würde Lennon erschießen. Und sie tat nichts", so Mark Chapman. Gloria ging weder zur Polizei, noch brachte sie Mark zum Psychiater. "Ich dachte, ich bekomme ihn wieder hin", sagt Gloria. Drei Wochen später fielen in New York die Todesschüsse, die den Traum einer ganzen Generation zerstörten.

Quelle:Berliner Kurier